Kompostanwendung in der Landwirtschaft

Mit der richtigen Anwendung von Kompost kann das Potenzial dieses Multitalents in der Landwirtschaft voll ausgeschöpft werden, sei es

  • zur Düngung,
  • zum Humusaufbau und zur Bodenverbesserung,
  • zur Unterstützung der Pflanzengesundheit,
  • zum Klimaschutz oder zur Klimaanpassung.

Dazu müssen aber vier wichtige Bereiche genau beachtetet werden:

1. Gesetzliche Regelungen

In der Bioabfallverordnung, der Düngeverordnung und der Düngemittelverordnung sind die wichtigsten gesetzlichen Anforderungen für die Anwendung von Biogut- und Grüngutkompost in der Landwirtschaft geregelt. Diese Anforderungen gelten für den Ökolandbau und den konventionellen Landbau gleichermaßen und regeln unter anderem die erlaubten Anwendungsmengen und die Zeiträume der Anwendung. Sie geben auch diverse Hinweise z. B. zur Dauer der Bereitstellung am Feldrand, die teilweise aber durch Bestimmungen der einzelnen Bundesländer verbindlich geregelt werden.

2. Privatrechtliche Regelungen: Richtlinien der Anbauverbände

Neben den Vorgaben zu den Qualitätsanforderungen für Biogut- und Grüngutkompost legen die Richtlinien der Anbauverbände auch Vorgaben zu empfohlenen bzw. maximalen Anwendungsmengen der Komposte fest.

Regelungen zur Ausbringungsmenge der einzelnen Anbauverbände

3. Pflanzenbauliche Grundlagen

Neben den gesetzlichen Vorgaben und ggf. privatrechtlichen Regelungen ist die Beachtung der pflanzenbaulichen Grundlagen in Bezug auf die Kompostanwendung generell von großer Bedeutung. So kann die Wahl der Kompostart, also Biogut- oder Grüngutkompost bzw. der Kompostreife, also Frisch- oder Fertigkompost, davon abhängig sein, zu welcher Kultur der Kompost eingesetzt werden soll.

Die Anwendungsmengen sowie die Anwendungszeitpunkte hängen von einer Reihe von Kriterien ab, unter anderem von der jeweiligen Kultur dem primären Ziel, das mit der Kompostanwendung erreicht werden soll (z. B. Düngung, Humusaufbau, Unterstützung der Pflanzengesundheit), den Bodennährstoffgehalten, dem Bodenzustand und der Witterung. Vielfach überschneiden sich die o. g. Zielsetzungen aber auch, z. B. wenn es darum geht, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu erhöhen, um damit gesunde Pflanzenbestände mit hohen Erträgen zu erzielen.

4. Logistik

Um die Anforderungen der gesetzlichen Vorgaben und ggf. privatrechtlichen Regelungen sowie die eigenen pflanzenbaulichen Ziele zu erfüllen, spielt die Logistik bei der Kompostanwendung eine entscheidende Rolle. Dies betrifft die Bestellung der gewünschten Kompostmengen, die Transportlogistik, die Anlieferzeitpunkte, die Möglichkeiten zur Zwischenlagerung sowie schließlich die Ausbringungstechnik.

Hierfür ist es sehr hilfreich sich auf regionaler Ebene mit Kompostanlagen, anderen kompostanwendenden Landwirtschaftsbetrieben, Lohnunternehmen etc. zu vernetzen und auszutauschen.

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